Tara Einweihung

Interview mit unserem Lehrer Dieter Kratzer: Wie es dazu kam, dass er Dharma-Lehrer wurde

Becoming a Teacher

Hier ist ein Auszug der Übersetzung von Katrin des Artikels über unseren Lehrer Dieter Kratzer, der original im Englischen vom Mandala online im Januar 2017 veröffentlicht wurde.

 

Dieter, wie hast du den Dharma kennen gelernt?

Ich verließ 1972 Kanada, wo ich gelebt habe. Von Europa nahm ich die Landroute über die Türkei, den Iran und Afganisthan, über den Khyber Pass nach Indien. In Dharamsala traf ich auf den Dharma. Mein erster Lehrer war Geshe Ngawang Dhargyey in der "Library of Tibetan Works and Archives". Ich lernte ach Lama Zopa Rinpoche kurz in Tushita kennen. Dann hörte ich von einem einmonatigen Kurs im Kopan Kloster in Nepal. Dort ging ich hin. Das war 1973. Ich lernte Lama Yeshe dort kennen und ich wusste sofort, ich war zuhause angekommen! Im März 1975 wurde ich ordiniert von Lati Rinpoche und schon ein Jahr später erhielt ich die volle Ordination von kyabje Ling Rinpoche. Ich lebte von 1973 bis 1977 in Kopan und in Dharamsala, ich praktizierte vile und war im Retreat.

Wie hast du angefangen zu lehren?

Eines Tages in Kopan, es war 1975, fragte mich Venerable Marcel Bertels, ob ich einen Vortrag über Guru Hingabe halten könnte. Die Idee stammte ursprünglich von Lama Yeshe. Ich fragte wann und er sagte: "Jetzt!". "Wie bitte?" erwiderte ich. Ich war geschockt aber eine Stunde später saß ich vor 200 Schülern und hielt den Vortrag. Das war der Anfang. Ich war nervös, aber es schien den Menschen zu gefallen. das gab mir Mut. Im Frühling 1976 wurde ich gefragt, ob ich einen Meditationskurs geben könnte, für 45 Schüler über 22 Tage lang. Zwei Nonnen assistierten mir, Ven. Karin Valham aus Schweden und Elisabeth Drukier aus Frankreich. Ich hatte das Gefühl, ich kann mich auf sie verlassen, das gab mir Zuversicht. Zusammen könnten wir mit allen Schülern in deren Landessprache sprechen, obwohl der Kurs in Englisch gegeben wurde. Im Anschluss an den Kurs kam Ven. Nick Ribush auf mich zu und sagte: "Gut gemacht!" Ich antwortete: "Woher weißt du das? Du warst doch nicht mit dabei?" Ven. Nick lachte und sagte: "Mein Freund aus Australien hat den Kurs nicht verlassen, er blieb dabei!". Das war für ihn der Beweis. Kurz darauf, gab ich einen weiteren Kurs. Dies waren die ersten Kurse in Kopan beidenen ein Lehrer aus dem Wasten, Schüler aus dem Wasten unterrichtete. Es war wieder Ven. Nick, der mich eines Tages fragte, wiederrum hatte dies Lama Yeshe vorgeschlagen, ob ich nicht den nächsten November-Kurs geben möchte. "Warum nicht?" antwortete ich. Lama ZOpa rinpoche war der Lehrer, ich führte die Meditationen seinen Empfehlungen folgend, und kümmerte mich um die gesamte Organistation des Kurses. IN den Jahren 1976 - 77 unterzogen sich 12 Nonnen und Mönche, die Sangha, einem sehr strengen Training des Lam Rim und ich wurde gefragt, ob ich das Studienprogramm nicht entwickeln und leiten möchte. Bis heute habe ich die Notizen von damals aufbewahrt. Enmal fragte ich Ven. Marcel ob ich ihm in Kathmandu bei der Unterstützung der Sangha dort helfen könnte. Aber Lama Yeshe protestierte, ich sei nicht da um Geschäfte zu leiten, sondern Kurse! Das war ein ganz klares Signal. Dann bat mich Lama Yeshe in den Westen zurück zu gehen. So verließ ich Kopan 1977. Ich war bis fast Ende 1979 der Koordinator des spirituellen Programms am Manjushri Institut in England. Ich lehrte dort und in anderen Teilen Englands sowie in Oxford, Cambridge und Leeds.

Wie bist du mit den Kulturellen Dingen umgegangen? Ein deutscher Lehrer in England, der asiatische Weisheiten im Westen lehrt, ein Mönch unter Laien?

Meine Muttersprache war Deutsch, meine Dharma Sprache jedoch Englisch. So war es damals einfacher für mich, in Englisch zu unterrichten als auf Deutsch. Als ich später nach Deutschland zurück kehrte, nachdem ich so lange Englsich gesprochen hatte, fiel es mir schwer ganze Sätze auf Deutsch zu bilden, weil ich sie aus dem Englischen übersetzte. Englisch war nicht das Problem für mich. Was den tibetischen Buddhismus als Westler angeht: Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich mich damals umstellen musste. Damals war es völlig okay exotisch zu sein. Das wurde erwartet, wenn nicht sogar bevorzugt. Die Menschen suchten eine Veränderung der westlichen Kultur. Sie akzeptierten die Art des Lehrens, die ich von den Lamas gelernt hatte, vor allem von Lama Yeshe - er war mein Vorbild. Seine Art zu kommunizieren war unglaublich und es war mein größter Wunsch es ihm gleich zu tun. Damals begann ich die Gespräche so: "Buddhismus - da geht es um dich! Es geht um deine Gefühle, deine Hoffnungen, deine Ängste. Es geht um deine Gedanken und wie du damit umgehst." Das hat die Menschen geöffnet mir zuzuhören. So schienen kulturelle Unterschiede nicht wichtig zu sein...

 

Das komplette Interview auf Deutsch kannst du unter diesem Link finden:

http://fpmt.org/mandala/online-features/interview-mit-dieter-kratzer/